Du willst es genau wissen?

Unser Programm besteht nicht nur aus Schlagworten und kurzen Forderungen. Vielmehr haben wir aus unserer langfristigen Vision für Kempten sechs zentrale Handlungsfelder abgeleitet, die das Grundgerüst für unser Kommunalwahlprogramm bilden. Dialog, Digitalisierung und Klimaschutz ziehen sich dabei als für uns wesentliche Querschnittsthemen durch alle Handlungsfelder.

Diese Handlungsfelder haben wir umfassend analysiert, auf Basis unserer sozialdemokratischen Haltung bewertet und in einem mehrmonatigen kritischen Dialog mit den SPD-Mitgliedern sowie den Bürgerinnen und Bürgern Kemptens maßnahmenscharf ausgearbeitet.

Hier findest Du unser vollständiges Programm und unsere Ideen für Kemptens Zukunft:
SPD Kempten Kommunalwahlprogramm 2026 (PDF, 269 kB)

Kapitel 1: Wohnen und Stadtentwicklung

Wohnen darf kein Luxus sein – wir schaffen und sichern bezahlbaren Wohnraum!

Kempten hat sich seinem Wachstum in der Vergangenheit erfolgreich gestellt. Die Stadt hat aktive Partner wie Sozialbau, BSG und Baugenossenschaft und viele private Initiativen beim Bau neuer Wohnungen wie auf der Ludwigshöhe, der Halde Nord oder der Parkstadt Engelhalde unterstützt. Mit einem starken Einzelhandelskonzept hat die SPD Kempten zusammen mit den anderen Parteien im Stadtrat und dem Einzelhandel eine attraktive Innenstadt gestaltet.

Doch das reicht nicht. Wohnen ist in Kempten längst zur sozialen Frage geworden. Mit einem jährlichen Neubaubedarf von 520 Wohnungen liegt Kempten bundesweit an dritter Stelle – noch vor München. Familien mit Kindern, junge Menschen in Ausbildung oder Studium, alleinlebende Senior:innen und Menschen mit geringem Einkommen haben es deshalb schwer, eine passende und bezahlbare Wohnung zu finden. Gleichzeitig erleben wir die Zweckentfremdung von Wohnraum und eine Priorisierung renditestarker Projekte. Daneben zeigen sich insbesondere am ehemaligen Kaufhof-Gebäude die tiefgreifenden strukturellen Umbrüche, denen sich unsere Innenstadt stellen muss.

Die SPD Kempten steht für das Recht auf Wohnen. Wir machen uns dafür stark, dass in Kempten mit Weitblick gebaut wird und dass Wohnraum bezahlbar, barrierearm und stadtteilnah bleibt. Wohnbauflächen sollen gezielt vergeben werden – nicht an den Meistbietenden, sondern an Projekte mit sozialem und ökologischem Mehrwert. Wir wollen mit sozialgerechter Bodennutzung endlich mehr Einfluss auf die viel zu hohen Bodenpreise bekommen. Die Innenstadt wollen wir als lebendiges Zentrum weiterentwickeln, neue Quartiere sollen gemischt, nachhaltig und lebenswert sein.

Wir werden:

  • bezahlbare Mieten sichern, indem wir den qualifizierten Mietspiegel fortschreiben und mit der Mietpreisbremse Mietwucher und Mietspekulanten bekämpfen.
  • mit Gemeinwohl bauen, indem wir das Konzept der sozialgerechten Bodennutzung einführen und damit mehr Einfluss auf den kommunalen Wohnungsmarkt nehmen und eine Mindestquote von 30 Prozent dauerhaft bezahlbarem Wohnraum bei allen größeren Neubauprojekten einführen.
  • die Innenstadt klima- und aufenthaltsfreundlich machen, indem wir städtische Flächen konsequent entsiegeln, 200 zusätzliche Bäume pflanzen, zehn Trinkwasserbrunnen schaffen, Hitzeschutz, Hochwasserschutz und attraktive Spielmöglichkeiten schaffen.
  • Wohnraum schützen, indem wir mit einer Zweckentfremdungssatzung leerstehenden Wohnraum und Ferienwohnungen systematisch und transparent erfassen und Missbrauch durch konsequente Kontrollen bekämpfen.
  • unsere gemeinwohlorientierten Wohnungsunternehmen wie Sozialbau, BSG und Baugenossenschaft als aktive Partner der Stadtentwicklung stärken und innovative Wohnformen fördern, zum Beispiel Mehrgenerationenwohnen, Alleinerziehende, Azubi- und Studierenden-Wohnen.
  • die Naherholung in den Stadtteilen ausbauen, indem wir Themen-Naturwege an der Iller, der Rottach, am Bachtelweiher und am Stadtweiher schaffen.
  • den Klimaschutzbeirat stärken, indem er sich mit Vorhaben der Stadtentwicklung aus Klima- und Nachhaltigkeitssicht befasst und bewertet.
  • die Innenstadt beleben, indem wir gegen Leerstand und Niveauverlust vorgehen, an wichtigen Stellen gezielt eingreifen und den öffentlichen Raum für alle offenhalten.

Kapitel 2: Kinderbetreuung, Schule und Bildung

Gute Bildung darf keine Glückssache sein – für uns verdient jedes Kind die besten Chancen!

Kempten hat nach Jahren des Stillstands eine Trendwende in der Kinderbetreuung geschafft, vermehrt Fachkräfte eingestellt, neue städtische Kindergärten gebaut und die zehnte Grundschule errichtet. Mit „Little Bird“ gibt es u.a. auf Initiative der SPD Kempten erstmals eine zentrale Plattform zur Kita-Anmeldung. Die neue Dreifachturnhalle an der Lindauer Straße ist endlich im Bau.

Doch die ergriffenen Maßnahmen reichen nicht aus. Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung und gute Betreuung. Familien brauchen Planungssicherheit und echte Unterstützung, Bildungseinrichtungen qualifizierte und fair bezahlte Mitarbeitende . Stattdessen fühlen sich viele Familien in Kempten allein gelassen: Es fehlen weiterhin Betreuungsplätze, besonders für unter Dreijährige. Viele Einrichtungen arbeiten über der Belastungsgrenze. Gleichzeitig ist die bauliche Situation an Schulen vielfach unzureichend – mit stinkenden Toiletten, alten Heizsystemen, maroden Lehrschwimmbecken oder unzureichender digitaler Infrastruktur.

Die SPD Kempten steht für echte Chancengleichheit und eine familienfreundliche Stadt. Für uns beginnt Bildung mit guter, bezahlbarer Betreuung – und endet nicht an der Schultür. Wir wollen verbindliche Ausbauziele für Kita-Plätze, Ganztagesbetreuung, Grundschulen, weiterführenden Schulen, außerschulische Angebote sowie ein Initiative zur Fachkräftegewinnung für Kitas und Ganztagesbetreuung – inklusive Wohnungsangeboten.

Wir werden:

  • ein verlässliches Sanierungskonzept für KiTas und Schulen umsetzen, indem wir Schulhöfe entsiegeln, begrünen und für Hitzeschutz ertüchtigen, die Erweiterung der Grundschule in Heiligkreuz schrittweise voranbringen, die Lindenbergschulen, die Kotterner Flohkiste, die städtische Realschule und das Carl-von-Linde-Gymnasium umfassend sanieren und mit digitalen Lernwelten ausstatten.
  • den Rechtsanspruch auf frühkindliche Bildung sichern, indem wir ausreichend Krippen- und Kindergartenplätze bereitstellen, Fachkräfte gewinnen und qualifizieren, freie Träger, Kirchen und Unternehmen einbinden und Bildungseinrichtungen durch Verwaltung, Hausmeisterei und IT-Support entlasten.
  • Stadtbücherei und Volkshochschule am Standort Schwaigwiesschule zügig neu bauen und als Begegnungs- und Lernort für alle Generationen gestalten.
  • allen Schulkindern bis zur sechsten Klasse eine verlässliche Ganztagsbetreuung bis 16 Uhr mit gesundem Mittagessen anbieten – auch in den Ferien.
  • Jugendangebote stärken, indem wir das Jugendzentrum Kempten-Ost auf dem Lindenberg bauen und im Westen Angebote ausbauen.
  • Inklusion voranbringen und den Aktionsplan „Miteinander inklusiv Kempten“ umsetzen und weiterentwickeln, um allen Menschen die Teilhabe an der Gesellschaft in allen Bereichen zu ermöglichen.
  • die Sprachförderung für alle Generationen ausbauen und Integration durch gute Deutschkenntnisse erleichtern.
  • Schwimmen lernen erleichtern, indem wir das Cambomare sowie die Schulschwimmbecken erhalten und sanieren, Schwimmkurse fördern und bezahlbare Eintrittspreise sichern.

Kapitel 3: Verkehr und Innenstadt

Mehr Lebensqualität, weniger Lärm – wir schaffen eine Innenstadt für Menschen, statt für Blech!

Die langjährige Forderung der SPD Kempten nach einem Ringbus sowie einem ausgeweiteten Bus-Angebot in den Abendstunden und an Wochenenden ist endlich umgesetzt und hat sich in kurzer Zeit bewährt. Kempten hat unter SPD-Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Roßmann vor über dreißig Jahren die ZUM geschaffen und Platz für die spätere Ansiedlung des Forums auf dem Platz des ehemaligen Hauptbahnhofs gemacht.

In Kempten ist im Alltag dennoch vor allem auf das Auto ausgerichtet. Viele Wege sind zu Fuß oder mit dem Rad schwierig, unsicher oder unübersichtlich. Die Innenstadt leidet unter einem zu starken Fokus auf Parkplätze, einem Flickenteppich an Temporegeln sowie an verdreckten und geschlossenen Toiletten. Die neue Verkehrsführung des öffentlichen Nahverkehrs ist noch für viele ungewohnt, es ruckelt an vielen Stellen.

Die SPD Kempten will den Verkehr nicht ideologisch regeln, sondern praktisch verbessern. Der Raum gehört den Menschen, nicht den Fortbewegungsmitteln. Wir wollen, dass sich die Menschen frei entscheiden können, wie sie sich fortbewegen – und dabei Fuß- und Radverkehr endlich sicherer, leiser und umweltfreundlicher gestalten. Wir wollen die Innenstadt als sauberen und sicheren öffentlichen Aufenthaltsort weiterentwickeln: für Kinder, Senior:innen, Gäste und Einheimische.

Wir werden:

  • das Mobilitätskonzept konsequent umsetzen und für Sicherheit und Lärmschutz weiterentwickeln: mit breiteren und sicheren Parkplätzen für Autos, aufgewerteten Bushaltestellen, Ladesäulen für E-Autos und E-Bikes, zusätzlichen Behindertenparkplätzen und sicheren Fußwegen. Fahrradstraßen werden dem sicheren Radverkehr dienen und nicht mehr nur blau angemalte Straßen sein.
  • den Ringbus als Kern des neuen Busnetzes sichern und die Bus-Takte auch abends und am Wochenende verdichten, besonders für Schichtdienste und Industriegebiete.
  • öffentliche Toiletten als leicht verfügbare, inklusive, barrierefreie und saubere Visitenkarte der Stadt sanieren, ausbauen und pflegen, an der Iller unter Beachtung des Hochwasserschutzes ausbauen und um die Förderung des Projekts „Nette Toilette“ durch Cafés und Restaurants ergänzen.
  • durchgehend Tempo 30 innerhalb des gesamten Rings einführen, um die Kernstadt konsequent verkehrsberuhigt und sicher zu gestalten.
  • verkehrsberuhigte Zonen stadtweit sicherer machen, indem wir baulich nachrüsten, regelmäßig kontrollieren und Schulstraßen vor allen Grundschulen einrichten.
  • einen durchgehenden, sicheren Radring um die Innenstadt schaffen, mit klarer Wegweisung, Anbindung an alle Stadtteile und den Illerradweg, sowie mehr geeigneten Fahrradstellplätzen.
  • bei Straßenneubauten und Sanierungen die Fußwege und Querungen barrierefrei umsetzen.
  • am Hildegardplatz an Markttagen die Aufenthaltsqualität stärken und vom Durchgangsverkehr befreien, da sich die Einbahnstraßenregelung während des Wochenmarkts nicht bewährt hat.
  • den heruntergekommenen Vorplatz des Hauptbahnhofs zu einem Mobilitätsdrehkreuz aufwerten und überdachte, verschließbare Fahrradstellplätze sowie Schließfächer nach Vorbild des Ostbahnhofs schaffen.
  • eine digitale Verkehrs- und Parklenkung rechtzeitig vor dem Abriss und Neubau der Sankt-Mang-Brücke einführen.

Kapitel 4: Stadtverwaltung und Bürgernähe

Bürgernähe statt Behördendschungel – wir bringen das Rathaus zu Dir!

Kemptens Verwaltung ist das Rückgrat für eine funktionierende Stadt. Die SPD Kempten hat die Auswirkungen einer wachsenden Stadt früh erkannt und mit dafür gesorgt, dass die sich daraus ergebenden Veränderungen durch die Verwaltung gestemmt werden können.

Doch in Kempten leiden viele Bereiche der Stadtverwaltung unter einer Überlastung der Mitarbeitenden, langen Vakanzen unter anderem durch die Wiederbesetzungssperre und dem Fachkräftemangel. Bürgerinnen und Bürger spüren das in Form von Verzögerungen, fehlender Transparenz oder Frust im Alltag. Digitalisierung und KI bieten große Potenziale, um komplexe Probleme besser zu bewältigen, doch sie werden bislang nicht wirkungsvoll genutzt oder scheitern an bürokratischen Hürden.

Die SPD Kempten steht für eine moderne Verwaltung, die funktioniert – und die für Menschen arbeitet, nicht gegen sie. Wir setzen auf Vereinfachung, moderne IT, eine wertschätzende Führungskultur und direkte Kommunikation. Wir nehmen die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ernst – und die Expertise der Mitarbeitenden ebenso. Darüber hinaus stehen wir für einen bürgernahen Stadtrat, der sich kümmert. Zugänglich, offen, verlässlich, moderierend.

Wir werden:

  • jährliche Bürger:innen-Versammlungen in allen Stadtteilen sowie eine rein digitale Versammlung anbieten, in denen Verwaltung und Stadtpolitik gemeinsam berichten und Rückmeldungen aufnehmen.
  • die Arbeitgeberattraktivität steigern, indem wir die Wiederbesetzungssperre in Schlüsselbereichen beenden, offene Stellen für einen effizienten Wissenstransfer frühzeitig besetzen und das Ausbildungskontingent bis 2028 um 20 Prozent erhöhen.
  • auf Landes- und Bundesebene eine bessere Finanzausstattung der Kommunen einfordern: mit einem erhöhten kommunalen Anteil am Steuerverbund, höheren Investitionspauschalen anstelle von kleinteiligen Förderprogrammen sowie einem angemessenen finanziellen Ausgleich für kreisfreie Städte wie Kempten für ihre überörtlichen Aufgaben.
  • alle Bürgerdienste durchgängig digital erleichtern, indem wir eine leichter verständliche Serviceplattform mit KI-gestützter Rückmeldung in Echtzeit schaffen. Dabei lassen wir Menschen ohne digitalen Zugang nicht alleine, sondern begleiten und unterstützen sie.
  • ein nutzerfreundlicheres Beteiligungsportal für Stadtentwicklungsprojekte einführen.
  • ehrenamtlich beratende Gremien stärken, indem sie ihre Ergebnisse über Anträge in den Stadtrat einbringen können.
  • das Ratsinfoportal ausbauen und Sitzungsunterlagen sowie Protokolle innerhalb von 72 Stunden veröffentlichen.

Kapitel 5: Arbeit und Wirtschaft

Starke Wirtschaft, fairer Lohn – wir schaffen gute Arbeitsbedingungen für alle, die Kempten am Laufen halten!

Kempten ist als zweitgrößte Stadt Schwabens ein attraktiver Standort. Viele Menschen aus dem gesamten Allgäu arbeiten hier – in Behörden, in Bildungseinrichtungen, im Krankenhaus und in der Pflege, im Einzelhandel und in der Industrie. Die SPD Kempten hat die Ausweisung neuer Gewerbeflächen immer unterstützt.

Die meisten Arbeitsplätze in Kempten liegen im Dienstleistungsbereich und sind geringer bezahlt. Viele Menschen kämpfen daher mit steigenden Kosten, langen Pendelwegen, fehlender Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Unternehmen, Handwerksbetriebe, Pflegeeinrichtungen, Kindergärten und viele mehr suchen neben Erweiterungsflächen dringend Fachkräfte , aber das Umfeld für gute Ausbildung und gute Arbeit wird nicht tatkräftig gestaltet.

Die SPD Kempten kämpft für faire Arbeitsbedingungen und eine starke lokale Wirtschaft, von der alle profitieren. Wir wollen, dass Stadt, Betriebe, Einrichtungen und Unternehmen gemeinsam Verantwortung übernehmen: für faire Löhne, Tariftreue, moderne Infrastruktur und ein gutes Leben für die Beschäftigten. Wer in Kempten lebt, soll hier gut arbeiten können – und wer hier arbeitet, soll auch gut in Kempten leben können.

Wir werden:

  • bezahlbaren, betriebsnahen Wohnraum gemeinsam mit Unternehmen und sozialen Einrichtungen fördern und für städtische Mitarbeitende entsprechende Angebote schaffen.
  • eine kommunale Quartierspflege planen, die Pflege dort ermöglicht, wo die Menschen leben: im eigenen Viertel, in integrierten Wohnformen, mit kurzen Wegen und verlässlicher Versorgung. Den Runden Tisch „Pflege in Kempten“ werden wir für Fachkräftesicherung und gegen Versorgungslücken nutzen und stärken.
  • die Nahversorgung in den Stadtteilen sichern und zentrale Dienstleistungen wie Einkauf, Post und Apotheke gemeinsam mit Unternehmen, Eigentümern und der Deutschen Post erhalten.
  • soziale und nachhaltige Kriterien in der Vergabe verankern, um unsere Handwerksbetriebe und Unternehmen zu stärken, die ausbilden und fair nach Tarif bezahlen.
  • die Fachkräfteplattform „Arbeiten in Kempten“ mit Partnern aus Industrie, Handwerk und Hochschule aufbauen, mit Infos zu Wohnen, Kinderbetreuung und Jobchancen.
  • die vollumfassende medizinische Versorgung im Klinikverbund Allgäu sichern und den Standort Kempten verteidigen.

Kapitel 6: Zusammenhalt und Teilhabe

Miteinander statt Nebeneinander – wir bringen Kempten zusammen!

Kemptens Vielfalt ist unsere Stärke. In Kempten gibt es großes ehrenamtliches Engagement: in Vereinen, in der Feuerwehr, im sozialen und kulturellen Bereich. Mit dem seniorenpolitischen Gesamtkonzept hat die SPD Kempten den Blick auf die Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren geschärft und mit dem kommunalen Integrationskonzept die Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund verbessert. Mit bislang drei aus dem auf Bundes-Ebene von der SPD eingeführten Projekt „Soziale Stadt“ konnten wir im Thingers, in Sankt Mang und aktuell in Kempten-Ost das Leben in den Stadtteilen aufwerten.

Gleichzeitig steigt das Gefühl der Vereinzelung. Viele Menschen ziehen sich aus dem öffentlichen und Vereinsleben zurück – 2020 gingen nur noch 44 Prozent der Wählerinnen und Wähler in Kempten zur Kommunalwahl. Jugendliche fühlen sich oft überhört, Senior:innen zu selten eingebunden, Menschen mit Einwanderungsgeschichte erleben Ausgrenzung, rechtsradikale Elemente bedrohen die demokratische Freiheit.

Die SPD Kempten will eine Stadt, in der jeder Mensch zählt, unabhängig von Alter, Einkommen, Herkunft oder Lebensentwurf. Gemeinsinn und Zusammenhalt entstehen nicht durchs Zuschauen, sondern durch ständigen Austausch und durchs Mitmachen. Wir setzen deshalb auf echte Teilhabe mit Angeboten und Räumen, in denen sich die Menschen leicht begegnen können. Wir stehen mit aller Klarheit gegen Rechtsextremismus, Ausgrenzung, Hass und Hetze – und wie Willy Brandt ohne Wenn und Aber für die Freiheit: „Die Freiheit für viele, nicht nur für die wenigen. Freiheit des Gewissens und der Meinung. Auch Freiheit von Not und von Furcht.“

Wir werden:

  • die Kultur- und Kreativszene in ihren unterschiedlichen Formen stärken, indem wir Zwischennutzungen in Leerständen wie an der Allgäuhalle ermöglichen, Förderwege vereinfachen und neue Perspektiven eröffnen.
  • junge Menschen beteiligen, indem wir der Jugendkommission und der Vollversammlung des Stadtjugendrings ein Antragsrecht im Stadtrat ermöglichen, verbindliche Jugendbudgets einführen, die junge Menschen selbst vorschlagen und entscheiden können, und Vergünstigungen für ehrenamtlich Aktive mit einer Jugendleitercard anbieten.
  • zivilgesellschaftliche Initiativen gegen Extremismus, Ausgrenzung und Gewalt dauerhaft fördern und Demokratiekonferenzen mit Schulen, Jugendverbänden, Kirchen und dem Integrationsbeirat durchführen.
  • Sport und Vereine langfristig und planbar fördern, Sportanlagen schrittweise ertüchtigen und Initiativen der Vereine unterstützen.
  • bestehende Kulturangebote erhalten, indem wir unsere Museen, die Stadtbücherei oder das Stadttheater mit guten Angeboten und Öffnungszeiten sichern, den Zugang zur Burghalde erleichtern und das Beginenhaus erhalten und nutzbar machen.
  • die Erinnerungskultur verlässlich verankern, indem wir uns weiterhin kritisch mit unserer Stadtgeschichte und einzelnen Persönlichkeiten auseinandersetzen.
  • einen jährlichen Familien- und Babyempfang in Kempten einführen, um Familien miteinander zu vernetzen und über Angebote zu informieren.
  • eine Ehrenamtsmesse starten, um die Bürgerinnen und Bürger über die vielfältigen Angebote und Möglichkeiten ihrer Heimatstadt zu informieren, Vereine zu unterstützen und die Nachbarschaftshilfe zu stärken.
  • die erfolgreiche Quartiersarbeit im Thingers, in Sankt Mang und Kempten-Ost langfristig fördern, erhalten und zielgerichtet ausbauen. Die niedrigschwelligen Sport- und Klimaschutzangebote werden wir in allen Stadtteilen verbreitern.
  • die Sicherheit im Quartier erhöhen und in Abstimmung mit der Polizei wieder bekannte Kontaktbeamtinnen und Kontaktbeamte benennen.
  • das seniorenpolitische Gesamtkonzepts für Kempten konsequent umsetzen, indem wir insbesondere die Quartiersarbeit erhalten und ausbauen.
  • die Integration stärken, indem wir den Integrationsbeirat mit festen Zuständigkeiten und Antragsrechten ausstatten und das Haus International als Drehscheibe für interkulturelle Teilhabe erhalten und stärken.