Jugendbeauftragte will Haus für Kinder in der Altstadt

Regina Liebhaber
spd-kempten

15. Oktober 2019

Regina Liebhaber, Stadträtin und Beauftragte für Jugend und Familie will ein Haus für Kinder in der Altstadt. "Unsere Kinder brauchen einen pädagogisch betreuten Ort, an dem sie ihre Freizeit verbringen können - zu jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter und ganz besonders in den 14 Wochen Ferienzeit." Hierzu stellte sie einen Antrag an den Stadtrat zur Prüfung einer Umsetzung beim ehemaligen Pumpenhaus an der Iller. Nachstehend der Antrag:

Antrag auf Prüfung einer Nutzung des ehemaligen Pumpenhaus als Kinderhaus

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, zur Zeit stehen wieder Nutzungsüberlegungen für das ehemalige Pumpenhaus, Webergasse 15, im Raum. Als Stadträtin begrüße ich dies, da diese Immobilie für einen dauerhaften „Dornröschenschlaf“ viel zu schade ist. Obwohl eine bauliche Wiederherstellung dieses Hauses Kosten für die Stadt nach sich zieht, hat der Stadtrat in der Vergangenheit sich immer wieder dazu entschlossen, es nicht für gewerbliche Nutzungen zu veräußern. Die Vorhaltung für einen späteren Bedarf durch die Stadt stand dabei immer im Vordergrund. Dies sollte auch bei neuen Überlegungen so sein. Bevor eine Entscheidung über eine neue Nutzung getroffen wird, bitte ich Sie zu prüfen, inwieweit das Pumpenhaus für eine Nutzung zur Kinderbetreuung, vorrangig in den Ferienzeiten, dazu in Frage kommt, den kommunalen Auftrag der Schulkindbetreuung in Kempten zu bereichern und umfassend zu erfüllen. Begründung: Die Entwicklung der Geburtenzahlen in unserer Stadt haben uns in den letzten Monaten dazu veranlasst, umfangreiche Maßnahmen im Bereich der schulischen und außerschulischen Betreuung und Bildung von Kindern zu ergreifen und sogar eine neue, zusätzliche Grundschule zu bauen. Wir werden in absehbarer Zeit ca. 4500 Schülerinnen und Schüler im Alter von 6-12 Jahren in der Stadt haben, die es schulisch und außerschulisch zu versorgen gilt. Wer kümmert sich um die Kinder in den Ferien? Hier stehen gleichsam Eltern und Kommune vor einer großen Herausforderung und Verantwortung. Die bisherigen Angebote in der Stadt können diesen Bedarf nicht decken. Allein die Absage der Ferienbetreuung durch die katholische Jugendfürsorge im vergangenen Jahr hat uns viel abverlangt, um eine gute Notbetreuung auf die Füße zu stellen – und dabei ging es „nur“ um vier Wochen Sommerferien. Die Gesamtferienzahl eines Schülers beläuft sich jedoch auf 14 Wochen! Hierzu wird ein Gesamtpaket aus bisherigen und neuen Angeboten verschiedener Akteure zu schnüren sein, in dem das ehemalige Pumpenhaus eine entscheidende Rolle als sog. „Kinderhaus“ einnehmen könnte, z.B.: - mit eigenen Angeboten während der Ferienzeiten, die auch nur tageweise und relativ flexibel zu nutzen wären (Überlegung: Festes Domizil Spielmobil auch außerhalb der Ferien mit ergänzenden Angeboten in einzelnen Stadtteilen oder Trägerschaft durch eine gem. Organisation) - als Außenstelle für Ganztagsbetreuungsangebote der Schulen (die Freigelände von Suttschule oder Fürstenschule sind wirklich nicht ideal, um dort auch noch in den Ferien die ganze Zeit zu verbringen!) oder vormittags auch als außerschulischer Lernort für besondere Klassenaktionen - als pädagogisch betreuter Spielplatz der ganz besonderen Art, in der Angebote geschaffen werden könnten, die es sonst in der ganzen Stadt noch nicht gibt (Beispiel Hammerschmiede Augsburg- kreativer Bauspielplatz, Kleintierhaltung,..) - Zusätzlich Nutzbar als Veranstaltungsort für Familienfeiern in der Stadt (Kindergeburtstag und/oder für Vereine und Gruppierungen abends (Versammlung, Nähgruppe,…)

Besonderheiten des Standortes: - die Gesamtanlage ist über alle Jahreszeiten hinweg und bei jedem Wetter geeignet - liegt im Herzen der Stadt mit enger Bebauung, in der viele Kinder leben (Altstadt, Neubauten Rosenau/Sheddachhallen/ Keselstraße/ Füssenerstr.) – gute Busanbindung und Nähe zur ZUM – fußläufig gut erreichbar von Sutt-, Fürsten-, Lindenbergschule - das Gelände bietet viel Platz für Bewegung im Freien, sein Baumbestand spendet Schatten und vermittelt Naturerlebnis

  • der bestehende Spielplatz könnte ideal mit eingebunden werden und die Nähe der Iller lässt vielfältige Ideen zu
  • die Topografie ist ideal geeignet, um in unterschiedliche Bereiche unterteilt zu werden (kreativer Bauspielplatz, Ruhe- und Bewegungsflächen,..)
  • Das Gebäude bietet Platz für Kleinküche, Sanitäranlagen, Kleinbüro, Gruppenraum und kann bei Bedarf durch Bauwagen oder Container dahinter gut ergänzt werden, ohne dass die schöne Optik der Anlage darunter leiden würde Ich bin mir sicher, dass die genannten Aspekte dazu ausreichen werden, die Errichtung eines Kinderhauses in Kempten zu erwägen und zu prüfen. Als Jugendbeauftragte liegt für mich ein besonderer Reiz darin, bestehende und neu zu schaffende Angebote in idealer Weise zu kombinieren, um einen größtmöglichen Gewinn für die Kemptener Kinder zu erzielen. Das ehemalige Pumpenhaus mit seinem Außengelände wäre hierfür ideal und für viele ein Gewinn: Für alle Familien in der Stadt, die ihre Kinder über alle Ferienzeiten hinweg flexibel und gut betreut wissen wollen – für die Mitarbeiter von Schulen und deren Ganztagsbetreuungsangeboten, die den Kindern auch mal „Ferien vom Schulgelände“ bieten wollen - für alle Kinder in der Innenstadt, die bestenfalls einen Balkon zur Verfügung haben – für die Stadt Kempten mit dem Wissen, im Bereich einer guten Schulkindbetreuung und außerschulischen Bildung ein ideales Angebot vorzuhalten und in der Umsetzung des strategischen Zieles einer kinder- und familienfreundlichen Stadt einen bedeutsamen Schritt weiterzugehen. Gleichzeitig bitte ich darum, für andere gut befundene Nutzungsvorschläge, die nicht wie das Kinderhaus auf eine Immobilie mit umfangreichem Außengelände angewiesen sind, einen Alternativstandort zu suchen. Die SPD-Fraktion unterstützt diesen Antrag.

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