Impfen im Quartier wieder ermöglichen

Ingrid Vornberger
SPD

12. Mai 2021

Mit großem Unverständnis nahm der SPD-Kreisverband Kempten zur Kenntnis, dass das sehr gut angenommene angebotene Impfen durch die Stadt Kempten im Quartier vorläufig eingestellt werden musste. Er kritisiert den durch die Bayerische Staatsregierung vorgenommenen Strategiewechsel zugunsten der Impfzentren. Stadträtin Ingrid Vornberger betonte: „Das Angebot der Stadt mit den Anschreiben an die betroffenen Zielgruppen zeigte deutlich, dass diese wesentlich besser erreicht wurden als durch das Angebot der staatlichen Impfzentren. Vielfach wurden über 80-Jährige und auch Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund erst durch dieses städtische Angebot erreicht. Diese nutzten - auch aus Überforderung - das zentrale und nur online mögliche Anmeldeverfahren nicht.“ Es zeigt sich, dass die Strategie der Staatsregierung unzureichend ist. Erst die persönlichen Anschreiben der Stadt mit der Möglichkeit, sich unkompliziert wohnortnah impfen lassen zu können, erfuhren eine wesentlich größere Resonanz. Der Mangel an nötigen Impfdosen darf nicht Anlass sein, die niederschwelligen, besser erreichbaren Möglichkeiten über die Quartiersarbeit und die Hausärzte auszuhebeln. Die mangelnde Versorgung von Hausärzten und Quartiersangeboten mit Impfdosen führt zu einer Impfunwilligkeit. Vor allem in Zeiten nach wie vor steigender Zahlen in Kempten und im Allgäu ist dies sehr zu bedauern. Und auch im Hinblick darauf, welcher zusätzliche Kosten- und Arbeitsaufwand für die Stadt durch das Versenden der persönlichen Einladungen und der nun notwendigen Absagen entstanden ist.

Der SPD-Kreisverband fordert deshalb den Oberbürgermeister und die Stadtverwaltung auf, sich mit allem zur Verfügung stehenden Einfluss bei der Staatsregierung dafür einzusetzen, das Impfwillige sich wieder möglichst einfach zu den Impfungen in den Quartieren anmelden können. Dies ist besonders nötig für anstehende weitere Impfungen von schwer zu erreichenden Teilen der Bevölkerung. Nur mit einer hohen Quote von Geimpften ist die Basis für eine neue Normalität unter den Bedingungen der Bedrohung durch das Virus und seine Mutanten gegeben. Lothar Köster sagte: „Deutlich zeigt sich die gute Errichtung der Quartiertreffs als Maßnahme im Seniorenpolitischen Gesamtkonzept. Die betroffenen Bürger*innen wollen und schätzen die Nähe von Angeboten in ihrem Wohnumfeld.“

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