Gegen ein Amazon-Verteilzentrum am Flughafen Memmingen

stellv. Vors. Thomas Wilhelm
spd-kempten

17. Dezember 2020

Stellungnahme des Vorstands des SPD-Kreisverbands zur Absicht von Amazon sich am Flughafen Memmingen mit einem Verteilzentrum anzusiedeln

Der Vorstand des SPD-Kreisverbands fordert die Stadt Kempten als Anteilseigner (5,4%) des Gewerbeparks am Allgäu Airport Verwaltungs-GmbH sich gegen die Ansiedlung eines Verteilzentrums von Amazon auszusprechen. Der stellv. Vorsitzende Thomas Wilhelm: “Dieses Vorhaben widerspricht den ursprünglich genannten Zielen für die Verwertung der Grundstücke nach Ansiedlung von innovativen Unternehmen. Es sollten Gewerbesteuer und möglichst viele höherwertige Arbeitsplätze generiert werden. Das ist bei einem Warenverteilzentrum mit hohem Flächenverbrauch nicht der Fall.“

Vorsitzende Katharina Schrader: “Nach bisherigen Angaben von Amazon soll hier nur die Verteilung der vorgefertigten Sendungen auf die jeweiligen Betriebspartner erfolgen. Allein damit verfolgt Amazon weiter sein Ziel nicht als Händler zu gelten, sondern als Logistikunternehmen. Das hat für die Beschäftigten geringere Löhne zur Folge.“ Hier zeigt sich wiederum das bekannte unsoziale Verhalten des Unternehmens gegenüber den Arbeitnehmern*innen. Ganz abgesehen davon, dass mit der letzten Etappe der Verteilung auf Kleinunternehmen viele weitere ungesicherte Arbeitsverhältnisse entstehen. Amazon unterläuft so weiter einheitliche Tarifverträge mit der zuständigen Gewerkschaft Verdi. Amazon wird weltweit wegen seiner Arbeitsbedingungen kritisiert. Seine Marktmacht wendet das Unternehmen inzwischen ebenso auf die Unternehmen an, die sich der Logistik von Amazon bedienen.

Eine Ansiedlung widerspricht auch den Zielen der Stadt und der anderen Allgäuer Kommunen die jeweilige Anziehungskraft der Innenstädte und der dortigen Einzelhändler zu stärken. Außerdem muss es angesichts der festgestellten Klimakatastrophe darum gehen, möglichst Verkehr und Verpackungen zu vermeiden. Das gilt auch für die Retouren, die nachweislich in erheblichen Umfang gänzlich dem Abfall zugeschlagen werden.

Aus diesen Gründen lehnt die Kemptener SPD den Grundstücksverkauf aus der kommunalen Besitzgesellschaft ab. Sie sieht darin keinen Gewinn für das Allgäu und die hier lebenden Menschen.

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