Herausforderungen des Alterns lassen sich meistern

Veranstaltung der SPD Kempten „Im Blickpunkt: Was brauchen wir im Alter?“ Am Ende der Veranstaltung waren sich alle einig: Der demographische Wandel ist eine positive Herausforderung, die aber weiterhin engagiert angegangen werden muss. So diskutierten auf einer Veranstaltung der SPD Kempten zum Thema „Was brauchen wir im Alter?“ die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft 60plus, die SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Graf, der Geschäftsführer der Caritas Kempten-Oberallgäu e.V. Uwe Hardt und der Seniorenbeauftragte des Kemptener Stadtrats Lothar Köster unter der Moderation von Regina Liebhaber. Zunächst stellte Angelika Graf die Hauptforderungen der älteren Generation innerhalb der SPD vor, die zum größten Teil auch ins Wahlprogramm der SPD eingeflossen sind – wie Graf betonte, vor allem durch die Unterstützung auch der Jugendorganisation der SPD, den Jusos.

So wünscht sich Graf vor allem eine stärkere Beteiligung der älteren Menschen an gesellschaftlichen und politischen Prozessen, mehr Möglichkeiten des altersgerechten Wohnens, mehr Unterstützung von Mobilität im Alter, eine bessere Gesundheitsvorsorge für ein gesundes Altern, ein entschiedeneres Handeln gegen Altersarmut und eine Stärkung der generationenübergreifenden Zusammenarbeit zum Beispiel in Mehr-Generationen-Häusern. Für die Caritas, die als Träger verschiedener Seniorenheime aber auch ambulanter Versorgungsangebote tagtäglich mit dem Thema Altern konfrontiert wird, formulierte der Geschäftsführer Uwe Hardt seine Forderungen an Politik und Gesellschaft: So dürfe der demographische Wandel nicht länger als etwas negatives gesehen werden, sondern als eine Herausforderung, die zu meistern sei. Denn wer wolle in einem Arbeitsfeld arbeiten, das so negativ besetzt sei wie die Altenpflege? Hier forderte Hardt vor allem die derzeitigen Arbeitgeber auf, die Berufe in der Altenpflege wieder attraktiver zu machen, zum einen durch bessere Bezahlung aber auch durch gute und faire Arbeitsbedingungen. Lothar Köster stellte in seinem Beitrag das Seniorenpolitische Gesamtkonzept Kemptens vor und wies deutlich darauf hin, dass nicht alle älteren Menschen gebrechlich und pflegebedürftig seien, sondern nur ein ganz kleiner Teil. So müsse die Politik und die Gesellschaft zum einen natürlich gute Rahmenbedingungen für die Pflegebedürftigen schaffen, aber auch gute Angebote und Lebensbedingungen für die rüstige Generation der Älteren, wie sie in Kempten zum Beispiel durch das Haus der Senioren angeboten würden. In der anschließenden Diskussion zwischen Publikum und Podium wurde deutlich, dass an mehreren Stellen Herausforderungen auf die Gesellschaft warten. Alle waren sich einig, dass die Arbeit der Pflegenden – ob nun im Heim oder zu Hause – deutlich aufgewertet und im System der Renten- und Pflegeversicherung etwas geändert werden muss. Hier fand die SPD-Forderung nach einer breiteren und solidarischeren Finanzierung des Versicherungssystems in Form einer Bürgerversicherung große Zustimmung. Am Ende der Veranstaltung dankte die Kemptener SPD-Vorsitzende Katharina Schrader allen Beteiligten für eine rege Diskussion und überreichte den Podiumsgästen einen „Ude-Schoppen“, verbunden mit dem Wunsch einer regen Beteiligung an den anstehenden Wahlen.