Gute Konzepte weiter verfolgen

Mitgliederversammlung Juli 2012

Zunächst prägte der Bericht der Vorsitzenden Katharina Schrader die Mitgliederversammlung des SPD-Kreisverbandes. Besonders hob sie das Engagement mit auch einem eigenen Plakat und die Gemeinschaftsaktion beim Bürgerentscheid zur Tiefgarage Hildegardplatz und die Mahnwachen nach der Atomkatastrophe von Fukushima hervor. Die kommenden zwei Jahre werden von Wahlkämpfen geprägt sein betonte sie. Um eine Bundestagskandidatur bewirbt sie sich im Unterbezirk, die Gespräche zur Landtagswahl sind auf einem guten Wege und bezüglich der Kommunalwahl ist im Oktober eine Zukunftswerkstatt geplant. Mit der Bestätigung von Karl-Heinz Hoffmann und Siegfried Wehrmann als neue Ortsver-einsvertreter endete der formale Teil des Abends.

Inhaltlich stellte der Beauftragte des Stadtrats für Senioren, Behinderte und Heime Lothar Köster das „Seniorenpolitische Gesamtkonzept der Stadt Kempten“ vor. Er verwies zunächst auf den Antrag von Stadträtin Ingrid Vornberger für die SPD-Fraktion einen Altenhilfeplan zu erstellen.

Daraus wurde dann mit viel Zuarbeit von Ehrenamtlichen und Mitarbeitern unterschiedlicher Behörden, Verbände und Einrichtungen und gut 50 Studierenden der Hochschule Kempten dieses Konzept entwickelt. Köster führte zunächst in die Hintergründe des demografischen Wandels der deutschen Gesellschaft ein, geringe Geburtenzahlen, längere Lebenserwartung bei meist besserer Gesundheit, andere Versorgungsstrukturen. Daraus ergibt sich für eine lange Lebensspanne nach dem Erwerbsleben sehr differenzierte Möglichkeiten einer sinnhaften Lebensgestaltung zu entwickeln. In diesem Ausmaß ist diese Aufgabe ohne Vorbild. Wichtig sei es dabei zunächst von dem Bild des Alters als defizitbehaftet weg zukommen und für diese Zeit die vielfältigen Möglichkeiten und Chancen zu sehen. Das gilt für die Betroffenen ebenso wie für die Gesellschaft, die es sich nicht leisten kann diese Ressourcen nicht zu nutzen. Dabei hat Kempten jetzt bereits Vorteile. So wird sich die Alterspyramide am Ort nicht ganz so dramatisch entwickeln und stationäre Pflegeplätze sind weit über dem Durchschnitt vorhanden. Das Konzept der Stadt ist anders als die meisten ähnlichen Arbeiten sonst in Bayern. Es versteht sich als eine dynamische Beschreibung von Möglichkeiten immer mit Blick auf alle Altersstufen und die gesamte Stadtentwicklung. Voraussetzung dafür ist eine vernetzte Struktur der Angebote in der Arbeit für die älteren Menschen. Es gilt zunächst diese Stelle einzurichten. Dazu laufen derzeit die Verhandlungen. Außerdem war das Begleitgremium von seiner Mitwirkungsmöglichkeit so angetan, dass es vorgeschlagen hat, diesen Kreis erweitert als einen „Seniorenpolitischen Beirat“ zu bestellen. Er hat sich inzwischen konstituiert. Dringend bat Stadträtin Vornberger sich weiter in die Arbeit dieses Gremiums einzumischen und es zu begleiten, damit gute Konzepte nicht in den Schubladen verschwinden. In der Diskussion zeigte sich, dass Problemfelder aus den Stadtteilen nicht nur ältere Menschen betreffen, der beobachte Egoismus im Verkehrsverhalten (Parken, Radfahren, Einhalten von Geboten), die Ausgrenzung der Teilhabe am städtischen Geschehen (Theater, Konzerte, Kino, Volkshochschule) durch mangelhafte ÖPNV-Angebote. Stadtrat Frick fragte ob diese Betrachtungen nur eine zeitgemäße Erscheinung sind? Hier antwortete Köster, dass wir uns nur erinnern müssten, wie unsere Eltern und Großeltern dieses Alter erlebten, dann wissen wir um die Unterschiede. Dazu ist das Alter im menschlichen Leben viel umfassender, nicht nur in medizinischer Hinsicht, erforscht. Andererseits leben in gut 50 Jahren viele der jetzigen Älteren nicht mehr und die Bevölkerungsentwicklung stabilisiert sich auf einem anderen Niveau.