Wettbewerb für Sheddachhalle

Die SPD-Stadtratsfraktion ist der Ansicht, dass für die neue Nutzung, Gestaltung und Bebauung des Areals der Sheddachhallen ein Wettbewerb und eine stärkere Bürgerbeteiligung erfolgen soll. Den Antrag dazu untenstehend.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Netzer,

die Ortsbesichtigung der Sheddachhalle durch den Bau- und Planungsausschuss letzte Woche hat nicht nur die gewaltige Dimension des Industriedenkmals aufgezeigt, sondern auch die Problematik und Komplexität, die damit vorhanden ist. Viele Stimmen sind für einen größtmöglichen Erhalt des Industriedenkmals, für das nicht nur architektonische, sondern auch historische Gründe sprechen. Zeitweise befanden sich in den riesigen Hallen bis zu 2000 Arbeiter, die täglich bis zu 16 Stunden arbeiten mussten, darunter auch Kinder ab 8 Jahren. Zur Arbeit gezwungen wurden später die Insassen des Außenlagers des KZ Dachau. Da das Industriedenkmal vor sich hinrottet, wäre es wünschenswert, dass in absehbarer Zeit eine Lösung gefunden wird, die einerseits eine städtebaulich sinnvolle Nutzung ermöglicht, andrerseits aber auch die Belange des Denkmalschutzes weitgehendst berücksichtigt. Die SPD-Stadtratsfraktion ist der Meinung, dass solch eine Lösung nicht allein vom Investor kommen kann. Deshalb stellt sie hiermit den Antrag an die Stadt Kempten einen städtebaulichen Wettbewerb durchzuführen unter entsprechender Beteiligung der Bürger. Im Hinblick auf die vorgesehene Bebauung entlang der Keselstraße mit drei Wohnhäusern sieht die Fraktion nach Abklärung der Erschließungsfragen durchaus die Möglichkeit einer baldigen Realisierung auf der Grundlage des bestehenden Bebauungsplans ohne ein Abwarten auf das angestrebte Änderungsverfahren mit einem städtebaulichen Wettbewerb beim Areal der Sheddachhallen.