Keine Diskrimminierung auswärtiger Investoren

Die SPD-Fraktion wundert sich, dass trotz Verpflichtungen zur Nichtweitergabe von Informationen aus nichtöffentlichen Sitzungen bzw. Vorbesprechungen Daten in die Öffentlichkeit gelangen und damit eine unfreundliche Stimmung für mögliche Investoren in der Stadt aufgebaut wird. Die Erfahrungen mit der Unseriosität eines Schweizer Investors kann und darf nicht auf zukünftige nötige private Investoren übertragen, geschweige denn deshalb nur auf Investoren aus dem hiesigen Bereich sich beschränkt werden. Das schadet der weiteren Entwicklung Kemptens und des Allgäus. In diesem Sinne fordert die SPD-Stadtratsfraktion den Oberbürgermeister Dr. Netzer auf eine Erklärung abzugeben. Den Brief an den Oberbürgermeister nachstehend und seine Antwort nachstehend.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Netzer, mit Befremden hat die SPD-Stadtratsfraktion aus dem Zeitungsartikel „Angst vor einem zweiten großen Loch“ in der AZ am Freitag, 21.06.2013, “ entnommen, dass öffentlich über den Verkauf des alten Klinikums an der Memminger Straße berichtete wird, die der Aufsichtsrat des Klinikums Kempten- Oberallgäu in nichtöffentlicher Sitzung am 15. Juli entscheiden soll und darin Details dargelegt werden, die bislang nicht einmal jeder Aufsichtsrat kennt Noch mehr befremdet ist die SPD-Stadtratsfraktion aber darüber, wie Meinungsmache für oder gegen angebliche Investoren öffentlich betrieben wird. Wir haben nichts gegen hiesige Investoren, aber auch nichts gegen auswärtige. Wir halten es nicht für gut, dass einem Investor aus München oder Augsburg unterstellt wird unseriös zu sein und Probleme zu bereiten und mit dem Drohbild „Zweites Loch“ unbegründet Angst geschürt wird. Entscheidender Ausschlag für einen Investor muss neben der finanziellen Seite das angebotene Konzept sein, aber nicht woher er kommt. Die Stadt Kempten hat in der Vergangenheit mit den meisten auswärtigen Investoren gute Erfahrungen gemacht. Sie haben viele Arbeitsplätze in Kempten geschaffen, die allein über örtliche Investoren nicht zustande gekommen wären. Auch wenn jetzt mit einem Schweizer Investor schlechte Erfahrungen gemacht werden, kann es nicht angehen, dass in Zukunft auswärtigen Investoren generell mit Misstrauen begegnet wird oder unter den Generalverdacht der Unseriosität gestellt bzw. Probleme vorausgesagt werden. Die SPD-Stadtratsfraktion fordert Sie deshalb zur Abgabe einer Stellungnahme auf, in der zum Ausdruck kommt, dass auswärtige Investoren in der Stadt Kempten auch weiterhin willkommen und wichtig für unseren Wirtschaftsstandort sind.

Auszug aus dem Antwortschreiben vom 03.07.2013 ... "Auch ich habe mit Befremden die Tendenz dieses Artikels zur Kenntnis genommen, in dem m.E. pauschal suggeriert wird, das auswärtige Investoren Probleme bereiten können. Auch wenn wir die letzten Monate schlechte Erfahrungen mit zwei Schweizer Investoren machten, ist eine Verallgemeinerung unangebracht und falsch.
Ich freue mich über jeden Investor, ob örtlich oder auswärtig, der die Zielsetzungen der Stadt Kempten ernst nimmt und einen Beitrag zur positiven Entwicklung unserer Stadt leisten will, sei es im Wohnungsbau, beim Bau von Geschäftshäusern oder bei Gewerbe- und Industrieansiedlungen. Solche Investoren waren bisher und sind auch in Zukunft herzlich willkommen."